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Stand: 03.07.2018

Der Bikin-Nationalpark wird zum UNESCO-Welterbe

Bikin © Hartmut Jungius / WWF Canon
Bikin © Hartmut Jungius / WWF Canon

Bei der jährlichen Sitzung des Welterbekomitees hat die UNESCO am 2. Juli 2018 den Bikin-Nationalpark aufgenommen. Der 1,16 Millionen Hektar große Nationalpark ist das größte geschützte Urwaldgebiet mit temperiertem Wald in Eurasien. Der Bikin-Nationalpark wird durch den Beschluss Teil des seit 2001 existierenden Welterbe-Gebietes „Zentral Sichote-Alin“ - einem Gebirgszug, der sich östlich an das Bikin-Gebiet anschließt und bis zur Pazifikküste reicht.

Mit dem Status als Welterbe befindet sich das Bikin-Sichote-Alin-Gebiet in einer Reihe mit herausragenden Naturphänomenen wie dem Baikalsee oder den Vulkanlandschaften Kamtschatkas. „Mit der Anerkennung als Welterbe erhält das Bikin-Gebiet natürlich deutlich mehr internationale Aufmerksamkeit und dadurch auch mehr Schutz“, freut sich Markus Radday, der für den WWF Deutschland schon seit vielen Jahren in der Region arbeitet. „Letztendlich ist das auch eine sehr gute Nachricht für den Tiger.“

Lebensraum des Amur-Tigers

Amur-Tiger © Igor Zhorov / WWF
Amur-Tiger © Igor Zhorov / WWF

Die Wildnis um den mittleren und oberen Bikin-Fluss ist ein Meer von Nadel-Laub-Mischwäldern und der typische Lebensraum des Amur-Tigers. „Russischer Amazonas“ wird das Bikin-Gebiet wegen seines Artenreichtums auch genannt. Die Koreanische Kiefer nimmt eine Schlüsselstellung im Ökosystem ein. Ihre Samen sind wichtige Nahrung für Wildschwein, Reh, Sikahirsch und Rothirsch - also für die Beutetiere des Amur-Tigers.

 

Heimat der Udegen

Das Bikin-Gebiet ist nur dünn besiedelt und wird vor allem von Udegen bewohnt. Die Udegen sind ein indigenes Volk im russischen Fernen Osten. Sie nutzen die Wälder und den Fluss seit Jahrhunderten in einer nachhaltigen, umweltschonenden Weise. Nach wie vor ernähren sich die Udegen hauptsächlich von dem, was die Natur ihnen bietet. Auch ihre Kultur basiert auf dem natürlichen Reichtum ihrer Umwelt. Für die Jagd und den Fischfang entwickelten die Ureinwohner eine Vielzahl traditioneller Fang- und Jagdmethoden.


Der Bikin-Nationalpark ist einer unserer unglaublichen Erfolge”, sagt Peter Osipov, Leiter des WWF Amur-Büros in Wladiwostok. “Mit der Unterstützung des WWF wurden in den letzten 20 Jahren drei Millionen Hektar Wald im aktuellen Tigerlebensraum unter Schutz gestellt.

Jahrzehntelange WWF-Arbeit

Der WWF setzt sich seit Mitte der 1990er Jahre gemeinsam mit den Udegen für den Schutz dieses Gebiets ein. Holzfäller versuchten immer wieder, hier Lizenzen für den industriellen Holzeinschlag zu bekommen. Von 2008 bis 2016 konnte der WWF durch finanzielle Unterstützung der internationalen Klimaschutz-Initiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMU)  und im Auftrag der KfW-Entwicklungsbank hier zwei Projekte zum Schutz des Bikins umsetzen.Die Projekte hatten zum Ziel, die Biomasse-reichen Wälder als wichtigen Kohlenstoffspeicher für den Klimaschutz zu erhalten und gleichzeitig für die vor Ort lebenden Udegen zusätzliche Einkommen aus dem Verkauf von Waldprodukten und aus der Vermarktung von Klimazertifikaten zu schaffen. Gemeinsam mit den Udegen wurde 2009 das Bikin-Gebiet als eine spezielle Konzession gepachtet, in der das Sammeln von Waldprodukten wie Nüssen Vorrang vor dem Holzeinschlag hat.

Ohne das Projekt hätte die Holzindustrie die biologische Vielfalt der Region zerstört und gleichzeitig den Ureinwohnern der Region ihre Lebensgrundlage entzogen“, sagt Markus Radday. Ab 2014 konnte mit Unterstützung eines zweiten IKI-Projektes die langfristige Unterschutzstellung als Nationalpark unterstützt werden, in dem die Udegen ihre traditionellen Nutzungsrechte weiterhin ausüben. Das Bikin-Gebiet wurde im November 2015 zum Nationalpark erklärt. Jetzt wurde dieser zum Welterbe ernannt.

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