Content Section

Stand: 22.05.2015

Meeresnaturschutz: Netzwerk unter Wasser

Eine der anerkanntesten Methoden zum Schutz der marinen Ökosysteme ist die Einrichtung von Meeresschutzgebieten (Marine Protected Areas, MPA). In diesen Gebieten sollen menschliche Eingriffe und Nutzungen entweder gänzlich untersagt oder zumindest so reguliert sein, dass die Lebensräume und die in ihnen vorkommende Artenvielfalt nicht nachhaltig geschädigt werden und die Widerstandsfähigkeit der Meere gegenüber Einflüssen wie dem Klimawandel gestärkt wird.

© Cat Holloway / WWF-Canon
Meeresschutz, Meer, Schutzgebiet, Tiefsee

Durch die immer intensivere Nutzung der Meere und den voranschreitenden Verlust der Biodiversität, ist der Schutz mariner Ökosysteme durch Schutzgebiete aus ökologischer, aber auch ökonomischer und sozialer Sicht, entscheidend. Das Internationale WWF-Zentrum für Meeresschutz setzt sich weltweit für die Einrichtung mariner Schutzgebiete und deren Verknüpfung zu zusammenhängenden Netzwerken ein, in dem die vielfältigen Lebensräume der Meere sowie die marine Artenvielfalt langfristig vor schädigenden Eingriffen bewahrt werden und Rückzugs- und Nahrungsräume für bedrohte Arten bereitgestellt werden.

Durch diese Maßnahmen werden nicht nur die Ökosysteme innerhalb der Schutzgebiete geschützt. So können Schutzgebiete ebenfalls einen positiven Einfluss auf Fischbestände außerhalb der Schutzgebiete haben, was unter anderem Arbeitsplätze in der Fischerei und die Nahrungssicherheit der lokalen Bevölkerung sichert.

Unsere Projektregionen

Widerstandsfähig gegenüber dem Klimawandel

Über diese langfristigen ökonomischen und sozialen Nutzen hinaus, können Schutzgebiete eine wesentliche Rolle bei dem Schutz mariner Ökosysteme und der Menschen vor Auswirkungen des Klimawandels spielen. Marine Schutzgebiete helfen die ökologische Komplexität der Meere zu erhalten. Das wiederum steigert die Widerstandsfähigkeit der Meere gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels.

 

Als kritischer Beobachter in den wichtigsten nationalen, europäischen und internationalen Entscheidungs-Gremien nimmt der WWF Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Meeresschutzpolitik. Um die Ausweisung von Meeresschutzgebieten in nationalen, europäischen oder internationalen Gewässern außerhalb der Zuständigkeiten von Staaten, der sogenannten Hohen See, aber auch in den Polarregionen, voranzutreiben, ergreift der WWF häufig die Initiative durch die Identifizierung von ökologisch oder biologisch bedeutsamen Meeresgebieten, die Erstellung von fachlichen Dokumenten als Begründung für die Unterschutzstellung dieser Gebiete oder die Erstellung von Empfehlungen für effektive Schutzmaßnahmen. In vielen Fällen werden diese Vorlagen dann von politischen Entscheidungsträgern und internationalen Abkommen übernommen.

Mehr effektiv gemanagte Schutzgebiete vonnöten

Die Vertragsstaaten des weltweiten Abkommens zur Biologischen Vielfalt (CBD) verpflichteten sich im Oktober 2010, bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent der Weltozeane als Meeresschutzgebiete auszuweisen. Zurzeit stehen nur etwa sieben Prozent der Meeresflächen der Weltozeane formal unter Schutz, im Gegensatz zu rund 15 Prozent an Land. In EU-Gewässern sind es schon zwölf Prozent und in Deutschland in Nord- und Ostsee sogar rund 45 Prozent. Davon ist allerdings nur ein geringer Teil wirksam geschützt und frei von allen schädlichen Nutzungen. Der WWF fordert von den Staaten, ihren Ankündigungen zur Errichtung eines Netzwerks von effektiv gemanagten Meeresschutzgebieten nun Taten folgen zu lassen und unterstützt ernst gemeinte staatliche sowie nicht-staatliche Bemühungen und Initiativen rund um den Globus.

  • Facebook
  • Twitter
  • Pinterest
  • drucken
  • Share