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Die Fischerei muss sich wandeln

Die Weltbevölkerung nimmt zu und mit ihr die globale Nachfrage nach Fisch. Überfischung ist ein allgegenwärtiges Problem: Fast überall werden heute mehr Fische gefangen als natürlich nachwachsen können. Um auch in Zukunft noch Fisch kaufen zu können, den sinnlosen Tod Tausender Meerestiere als Beifang zu stoppen und langfristig die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen zu sichern, die auf Fisch als Lebensgrundlage angewiesen sind, bedarf es eines globalen, nachhaltigen Fischerei-Managements

Überfischung: Die Fischerei muss sich wandeln. © David Fleetham
Überfischung: Die Fischerei muss sich wandeln. © David Fleetham

Überfischung

Fast überall werden heute mehr Fische gefangen als natürlich nachwachsen können. Das gefährdet die Ernährungsgrundlage von hunderten Millionen von Menschen. Doch Überfischung bedroht auch massiv die biologische Vielfalt und somit die Widerstandskraft der Ökosysteme. Je mehr Arten einem Ökosystem verloren gehen, desto anfälliger wird es für Stress von außen. 

Zerstörerische Fischereimethoden

Tonnenschwere Bodenschleppnetze verwüsten unsere Unterwasserlebensräume wie Bulldozer den Regenwald. Die ausgedehnten Kaltwasserkorallenriffe an Europas Kontinentalabhängen und in der Tiefsee können durch einen einzigen Schlepp eines Fischtrawlers unwiederbringlich zerstört werden. Doch auch andere Fangmethoden sind erhebliche Risiken für Lebensräume und ihre Lebewelt. Es liegt vor allem in der Verantwortung der Politik hier für den Ausschluss dieser Eingriffe in sensible Ökosysteme zu sorgen.

Illegale Fischerei

Der weltweite Fang aus illegaler Fischerei beträgt Schätzungen zufolge jährlich bis zu 26 Millionen Tonnen Fisch (ca. 30 Prozent des jährlichen legalen Fischfangs) im Wert von 8,6 bis 19,8 Milliarden Euro und steht an sechster Stelle auf der Liste der am gewinnbringendsten Formen transnationaler Kriminalität. Dies hat weitreichende Folgen: Zum einen verschlimmert die illegale Fischerei das globale Problem der Überkapazitäten und der Überfischung und untergräbt Maßnahmen zum Schutz und zum Wiederaufbau der Fischbestände.

 

Zum anderen steht illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU - Illegal, unreported and unregulated fishing) oft im Zusammenhang mit transnationaler Kriminalität wie z.B. Steuerbetrug, Sklaverei auf See, Drogen- und Menschenhandel sowie Schleuseraktivitäten von Migranten. Staatliche Unterstützung fördert auch die illegale Fischerei: Von der derzeitigen Subventionspraxis profitieren auch Fischereiboote und deren Besitzer, die in illegale Fischereiaktivitäten verwickelt sind und gegen Menschenrechte verstoßen.

Beifang

Schätzungsweise 300.000 Wale und Delfine ertrinken jedes Jahr weltweit in Fischernetzen. Auch Schildkröten und Seevögel verenden jedes Jahr sinnlos aufgrund nicht selektiver Fischereimethoden. Doch neben vielen gefährdeten Arten werden durch die Fischerei auch Unmengen von Fischen unnötig mitgefangen. Viele der heute eingesetzten Fanggeräte - wie etwa Grundschleppnetze - produzieren hohe Beifangzahlen.

 

Unter Beifang versteht man alle Fische und andere Meerestiere, die unbeabsichtigt im Netz landen. Viele von ihnen werden verletzt oder sterbend ins Meer zurückgeworfen. Zudem werden Millionen Tonnen Fisch jedes Jahr als Rückwürfe verletzt und sterbend ins Meer zurückgeworfen, weil hochwertigere Fische lukrativer sind. Deshalb setzt sich der WWF für die Entwicklung und den Einsatz nachhaltiger Fanggeräte und eine effektive Kontrolle der Fischerei ein. 

Schädliche Subventionen

Subventionierte Überfischung löst einen Teufelskreis aus: Sie blockiert den wirtschaftlichen Aufschwung in Entwicklungs- und Schwellenländern, denn schädliche Subventionen sind ein Haupttreiber der Überfischung. Laut der Welternährungsorganisation (FAO) sind ca. 31 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände überfischt, weitere 58 Prozent werden maximal genutzt. Subventionen führen zu Überkapazitäten in der Fangflotte: es gibt zu viele Schiffe für viel zu wenig Fisch.

 

Staatliche Subventionen senken auch die Betriebskosten der Fischerei, sodass auch unrentable und nicht nachhaltige Fischereiaktivitäten zum Beispiel auf hoher See oder vor den Küsten weit entfernter Länder fortgeführt werden können, in dem unter anderem Schiffsneubauten finanziert werden oder die Steuer auf Treibstoff für Fischereiunternehmen ganz oder in Teilen erlassen wird. 

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