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Stand: 13.12.2019

Klimakonferenz COP 25 in Madrid: Zeit zu handeln

Vom 2. bis zum 13. Dezember 2019 findet in Madrid die 25. Weltklimakonferenz (COP 25) statt. Eigentlich hätte die unter chilenischer Präsidentschaft stehende Klimakonferenz in Chile stattfinden sollen. Dort musste sie allerdings aufgrund der Unruhen abgesagt werden und Spanien ist kurzfristig eingesprungen. Eine Konferenz, die zum Auftakt für ein fulminantes Klimaschutzjahr 2020 werden muss. Deutschland und die EU müssen liefern, Politik und Industrie müssen jetzt handeln. Der WWF drängt darauf, dass die Bundesregierung starke Signale nach Spanien sendet und ein substantiell überarbeitetes Klimaschutzpaket auf den Weg bringt.

Klimakonferenz COP 25 - Zeit zu handeln © Keith Arnold / WWF-US
Klimakonferenz COP 25 - Zeit zu handeln © Keith Arnold / WWF-US

Im vergangenen Jahr haben neue wissenschaftliche Erkenntnisse und beeindruckende Protestbewegungen die Diskussion um den Klimawandel angefacht und nachhaltigen Klimaschutz höher auf die Agenda gesetzt. Aktuelle Berichte des Weltklimarats IPCC und des Weltbiodiversitätsrats IPBES zeigten drastisch die Gefahren, die auf uns alle zukommen, wenn wir so weiter machen wie bisher. Wir müssen jetzt handeln, wenn wir die Erderhitzung stoppen wollen.

 

„In den ersten zwei Dezemberwochen stehen wichtige nationale Entscheidungen an: Die Bundesregierung muss das Klimapaket substantiell auffüllen, ein Kohleausstiegsgesetz mit ambitioniertem Zeitrahmen auf den Weg bringen und die Blockade beim Ausbau der erneuerbaren Energien lösen“, beschreibt Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. „Wir brauchen ein starkes Deutschland, das auf internationaler Ebene Mut für eine Transformation macht.“

Update: Klimaschutz-Petition

Zeit zu handeln!

 

Im September legte die Bundesregierung ihr „Klimapaket“ vor, dass seinen Namen nicht verdient hat und mit dem Deutschland seinen fairen Beitrag zum 1,5°C-Erderhitzungslimit nicht leisten kann. Hunderttausende Menschen haben die Regierung daher zum Nachbessern ihres "Klimapäckchens" aufgefordert. Doch noch hält die Regierung an ihrem Plan fest und hat ihn bei der Weltklimakonferenz COP25 in Madrid präsentiert. Und konnte damit nicht überzeugen. Denn auch auf dem internationalen Parkett hat sich herumgesprochen, dass ein Kohleausstieg bis 2038 zu spät ist, um die Paris-Klimaziele zu erreichen.

Am Rande der Weltklimakonferenz haben wir Bundesumweltministerin Svenja Schulze die 360.000 Unterschriften überreicht und sie aufgefordert, das Motto der Konferenz auch zuhause umzusetzen: Zeit zu handeln! © David Tong / WWF Neuseeland
Unterschriftenübergabe © David Tong / WWF Neuseeland

COP25 – Chance für den Klimaschutz

Das schwache Ergebnis beim UN-Klimagipfel im September 2019 hat Energien auf internationaler Ebene freigesetzt und nicht-staatliche Akteure auf den Plan gerufen, die ihren Forderungen nach starkem Klimaschutz Luft machen. Zwar haben einige Länder eine Verbesserung ihrer nationalen Klimabeiträge angekündigt. Allerdings blieben die Staaten mit den höchsten Treibhausgasemissionen weit hinter den Erwartungen zurück. Inoffizielles Topthema der COP25 ist die Diskussion um eben diese Überarbeitung der Klimaschutzbeiträge. Sie müssen angepasst werden, um das Ziel des Pariser Abkommens, die Erderhitzung auf 2 Grad Celsius, wenn möglich 1,5 Grad, zu begrenzen, zu erreichen.

 

„Wir rufen Angela Merkel dazu auf, sich innerhalb der EU zurück ins Lager der Vorreiter einzugruppieren und sich deutlich für ein ambitioniertes Klimaschutz-Langfristziel der EU einzusetzen. Mehr denn je kommt es darauf an, dass die EU als mächtige Industriegemeinschaft eine starke Führungsrolle einnimmt“, so Michael Schäfer vom WWF. „Noch reichen die Klimabeiträge der einzelnen Länder (NDCs) bei Weitem nicht aus, um das Pariser Klimaziel einzuhalten. Ein Nachsteuern ist dringend nötig.“

Forderungen des WWF

Der WWF erwartet von der COP25 Fortschritte in drei wichtigen Punkten:

 

  1. Das 1,5-Grad-Ziel erreichen
    Im vergangenen Jahr zeigte der IPCC Bericht deutlich, welchen großen Unterschied es macht, ob sich die Erde um 1,5 oder um 2 Grad Celsius erhitzt. Dieser Bericht sowie die 2019 erschienenen Berichte zu Land und Ozeanen zeigten auch die verheerenden Folgen der aktuellen Emissionsentwicklung auf Mensch und Natur. Die COP25 muss die weltweiten Bemühungen verstärken, Treibhausgase einzusparen, um die 1,5-Grad-Grenze nicht zu überschreiten. Es müssen bereits jetzt die Weichen gestellt werden, damit im nächsten Jahr verbesserte nationale Klimabeiträge eingereicht werden. Länder mit der größten Verantwortung müssen in Maßnahmen investieren, die schnell und tiefgreifend Emissionen senken und finanzielle und technologische Unterstützung für die Länder mobilisieren, die dies nicht alleine können.
  2. Staatliche und nicht-staatlichen Akteure mobilisieren
    Um die Erderhitzung zu stoppen, sind dringende Maßnahmen aller Akteure, auch nichtstaatlicher, notwendig. Die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen hat eine Reihe von Prozessen entwickelt, um die Bemühungen subnationaler und nichtstaatlicher Akteure sowie von Experten einzubeziehen und zu mobilisieren. Die Bemühungen dieser Partnerschaften und Kooperationsmaßnahmen müssen weiter beschleunigt und gestärkt werden.
  3. Stärkung der multilateralen Reaktion auf die Klimakrise
    Trotz der großen Fortschritte bei der Finalisierung des Regelwerks des Pariser Klimaabkommens auf der COP24 gab es einige wichtige Punkte, über die sich die Parteien nicht einigen konnten, darunter auch die sogenannten Marktmechanismen. Auf der COP25 müssen die Parteien robuste Regeln für diese aushandeln, damit das Handeln mit Emissionsrechten das Pariser Klimaschutzabkommen nicht untergräbt. Des Weiteren gilt es in der Überprüfung des Warschau Mechanismus zu klimabedingten Schäden und Verlusten, die besonders Verletzlichen zu unterstützen und hierfür einen finanziellen Rahmen aufzubauen.

 

Vor Start der Klimakonferenz wird die Zivilgesellschaft noch einmal an die Verantwortung der Politiker:innen appellieren. Weltweit wird diese Woche für Freitag erneut zum Klimastreik aufgerufen, in Madrid ist der 6. Dezember zum Protesttag ernannt.

 

Wir entscheiden, welche Zukunft wir uns für unseren Planeten wünschen.

Jetzt ist die Zeit zu handeln.

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