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Stand: 25.08.2017

WWF-Artenlexikon

Afrikanischer Waldelefant (Loxodonta africana cyclotis)

Lebensraum tropische Regenwälder
Geografische Verbreitung hauptsächlich noch im Kongobecken in Zentralafrika, insgesamt in den Ländern Äquatorialguinea, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Guinea, Kamerun, Republik Kongo, Republik Liberia, Sierra Leone und Zentralafrikanische Republik
Gefährdungsstatus In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind Afrikanische Elefanten ohne Unterscheidung zwischen Wald- und Savannenelefanten insgesamt als „gefährdet“ eingestuft.
Bestandsgröße Aktuell wird die Zahl der Afrikanischen Elefanten in den Zentral- und Westafrikanischen Regenwäldern nur noch auf ca. 60.000 bis 150.000 Tiere geschätzt, wobei viele Experten von weniger als 100.000 Tieren ausgehen. Diese Zahl beinhaltet allerdings sowohl Waldelefanten als auch Hybride und Savannenelefanten.

Afrikanischer Waldelefant

Afrikanische Waldelefanten sind bei weitem nicht so gut erforscht wie Afrikanische Savannenelefanten. Zum einen war die politische Lage in vielen ihrer Verbreitungsländer in den letzten Jahren und Jahrzehnten instabil und Teile des Verbreitungsgebietes somit unpassierbar. Zum anderen macht es ihr Leben im Verborgenen besonders schwer sie zu untersuchen.

Afrikanische Waldelefanten sehen Afrikanischen Savannenelefanten sehr ähnlich. Zu den wenigen Merkmalen, die sie unterscheiden, gehören die geringere Schulterhöhe, eine flachere Stirnpartie, die kleineren und rundlicheren Ohren, die weniger gebogenen Stoßzähne sowie die glattere Haut.

Es wird außerdem angenommen, dass sich die Lebensweise der nah miteinander verwandten Afrikanischen Elefanten ebenfalls in vielem gleicht. Dabei ist der auffallendste Unterschied, dass die Waldelefantenkühe kleinere Kerngruppen bilden als die Weibchen der Savannenelefanten. Die Familien der Waldelefanten treffen sich auf den sumpfigen Waldlichtungen, den sogenannten Bais, die typisch für ihren Lebensraum sind. Dort spielen sich wichtige Interaktionen ab.

Genau wie die Savannenelefanten werden Waldelefanten für ihre Stoßzähne gewildert. Schon vor einigen Jahrhunderten war Elfenbein so begehrt und teuer, dass es auch das „weiße Gold“ der Elefanten genannt wurde. Dabei gilt das Elfenbein der Waldelefanten aufgrund seiner größeren Kompaktheit als besonders wertvoll. In ihrem Lebensraum profitieren die Wilderer bei ihren Raubzügen zudem von der Deckung der dichten Regenwälder. In vielen Regionen ihres Verbreitungsgebietes sind die Bestände der Afrikanischen Waldelefanten deshalb in den letzten Jahren stark eingebrochen.

Systematische Einordnung

Der Afrikanische Waldelefant gehört zur Ordnung der Rüsseltiere und zur Familie der Elefanten. Die Linie der Rüsseltiere hat sich im Laufe der Evolution schon sehr früh von den anderen Säugetieren abgespalten und umfasste insgesamt mehr als 175 Arten, darunter auch die Mammute. Die Elefanten sind allerdings die einzigen Rüsseltiere, die bis in unsere Zeit überlebt haben. Ihre nächsten rezenten Verwandten sind die Schliefer und Seekühe.

Die Familie der Elefanten umfasst heute zwei Gattungen mit je einer Art, die Gattung Loxodonta mit dem Afrikanischen Elefant (Loxodonta africana) und die Gattung Elephas mit dem Asiatischen Elefanten (Elephas maximus), die sich seit ca. 2,6 Millionen Jahren getrennt voneinander entwickelt haben. Beim Afrikanischen Elefant gibt es zwei Unterarten, den Afrikanischen Waldelefant (L. a. cyclotis) und den Afrikanischen Savannenelefant (L. a. africana). Derzeit wird diskutiert, ob die beiden afrikanischen Unterarten nicht sogar zwei eigene Arten der Gattung Loxodonta darstellen. Hybride zwischen Afrikanischen Wald- und Savannenelefanten kommen in den überlappenden Regionen der Verbreitungsgebiete vor.

Merkmale

Elefanten sind die größten Landlebewesen der Welt. Dabei sind Afrikanische Waldelefanten kleiner als Afrikanische Savannenelefanten. Elefanten haben einen massigen Körper, einen kurzen Hals, einen großen Kopf und kräftige Beine. Der Rücken der Afrikanischen Elefanten ist konkav gebogen und wird als Sattelrücken bezeichnet. Die Schulter entspricht dabei dem höchsten Punkt des Rückens. Die Männchen, die sogenannten Elefantenbullen, sind deutlich größer und schwerer als die Weibchen, die sogenannten Elefantenkühe. Die Kopf-Rumpflänge der Afrikanischen Waldelefanten misst wie bei Savannenelefanten von der Rüsselspitze bis zum Schwanzansatz sechs bis 7,5 Meter. Der Schwanz ist rund einen bis 1,5 Meter lang. Die Schulterhöhe beträgt bei Männchen bis zu 2,86 Metern und bei Weibchen bis zu 2,4 Metern. Afrikanische Waldelefanten bringen 2,7 bis sechs Tonnen auf die Waage. Nach der Kindheit und Jugend sind Elefanten nicht vollständig ausgewachsen, sondern legen weiterhin bis ins höhere Alter moderat an Körpergröße zu. Vor allem die Bullen nehmen im Erwachsenenalter Jahrzehnte lang an Körpermasse zu.

Zu den charakteristischen Merkmalen der Elefanten gehören der Rüssel, die Stoßzähne und die großen Ohren. Bei Elefanten sind die Oberlippe und die Nase zu einem langen Rüssel umgebildet. Im ganzen Rüssel gibt es keine Knochen oder Knorpel. Er besteht ausschließlich aus Muskulatur. Tausende von Muskelsträngen ermöglichen den Elefanten eine sehr präzise Feinmotorik. Gleichzeitig ist der Rüssel extrem kräftig. Afrikanische Elefanten haben zwei Greiffinger an der Rüsselspitze. Der Rüssel dient zur Atmung, zum Riechen, zum Greifen, zum Saugen, zum Tasten, als Dusche, zur taktilen, visuellen und vokalen Kommunikation, als Schnorchel, als Waffe und als Werkzeug.

Elefanten besitzen zwei Zahntypen, Stoßzähne und Backenzähne. Die Stoßzähne sind zwei umgewandelte Schneidezähne des Oberkiefers, die bei Afrikanischen Elefanten bei beiden Geschlechtern sehr lang sind. Die der Männchen sind etwas größer als die der Weibchen. Die Stoßzähne sind wurzellos. Das erste Drittel steckt im sogenannten Zahnfach innerhalb des Kiefers, die anderen zwei Drittel ragen nach vorne aus dem Maul heraus. Der basale Teil der Stoßzähne ist hohl und mit an Blutgefäßen und Nerven reichem Gewebe gefüllt. Der Hohlraum verjüngt sich in Richtung Zahnspitze. Die Stoßzähne wachsen das ganze Leben lang. Die Substanz der Elefantenstoßzähne wird Elfenbein genannt. Die Stoßzähne dienen den Elefanten als Werkzeuge und Waffen.

Eine weitere Besonderheit des Elefantengebisses ist der sogenannte horizontale Zahnwechsel der Backenzähne. Die Backenzähne nutzen sich beim Zermahlen der Nahrung stark ab. In den Kieferhälften des Ober- und Unterkiefers haben Afrikanische Elefanten jeweils sechs bis sieben und insgesamt 24 bis 28 Backenzähne. Von diesen werden aber immer nur je Kieferhälfte ein Zahn und insgesamt vier Zähne benutzt. Von den hinteren Teilen des Kiefers schieben sich die jeweils vier nächsten Backenzähne kontinuierlich nach vorne bis das letzte Backenzahnset im Alter von ca. 60 bis 65 Jahren aufgebraucht ist. Die Elefanten können dann keine Nahrung mehr aufnehmen und sterben.

Die großen, dünnen und gut durchbluteten Ohren der Elefanten verfügen über eine sehr große Oberfläche. Sie dienen daher neben der Kommunikation auch der Thermoregulation.

Alle Elefanten sind Zehenspitzengänger. Afrikanische Waldelefanten haben an den Vorderfüßen fünf und an den Hinterfüßen vier Zehen und somit eine Zehe mehr pro Fuß als Savannenelefanten. Unter den Füßen und zwischen den Zehen sitzen weiche Ballenpolster aus Unterhautfettgewebe, die als Stoßdämpfer funktionieren. Beim Laufen hinterlassen Elefanten große, runde Abdrücke. Dabei ist der Abdruck des Vorderfußes fast kreisrund, während die der Hinterfüße eher oval sind.

Elefanten werden zusammen mit den Nashörnern, Flusspferden und Tapiren zu den sogenannten „Dickhäutern“ gezählt, deren Haut an manchen Stellen wie beispielsweise an den Schultern bis zu fünf Zentimeter dick sein kann. Die Haut der Afrikanischen Waldelefanten ist grau bis graubraun gefärbt, insgesamt etwas dunkler als die der Savannenelefanten und überwiegend unbehaart. Ihr dünner Schwanz endet mit einem Haarbüschel an der Spitze.

Große Tiere wie Elefanten besitzen im Vergleich zur Körpermasse eine relativ geringe Körperoberfläche. Dadurch können sie schlechter überschüssige Wärme abgeben, was die Regulation der Körpertemperatur erschwert. Bei Hitze benetzen Elefanten ihren Körper daher zur Abkühlung mit Flüssigkeit, beispielsweise durch Wasserduschen mit dem Rüssel. Regelmäßige Matsch- und Staubbäder erzeugen zudem eine Schicht aus dickem Lehm. So schützen sie sich vor der Sonneneinstrahlung, aber auch vor Insekten und Parasiten.

Die Wandergeschwindigkeit von Elefanten beträgt bis zu sechs Stundenkilometer. Trotz ihrer enormen Körpermasse können Elefanten, wenn es sein muss, ziemlich schnell rennen. Sie sind zudem gute Schwimmer. Beim Tauchen dient der Rüssel als Schnorchel.

Afrikanische und Asiatische Elefanten können anhand einiger Merkmale gut voneinander unterschieden werden. Afrikanische Elefanten besitzen im Verhältnis zum Kopf deutlich größere Ohren, eine konkav verlaufende Rückenlinie und zwei Greiffortsätze an der Rüsselspitze. Bei Afrikanischen Elefanten ragen sowohl bei den Männchen als auch bei den Weibchen lange Stoßzähne aus dem Maul heraus. Asiatische Elefanten besitzen im Verhältnis zum Kopf deutlich kleinere Ohren, eine konvex verlaufende Rückenlinie und nur einen Greiffortsatz an der Rüsselspitze. Bei ihnen ragen nur bei Männchen lange Stoßzähne aus dem Maul heraus. Weiterhin gibt es zahlreiche, auf den ersten Blick weniger auffällige Unterschiede zwischen den beiden Arten.

Die Ähnlichkeit mit Afrikanischen Savannenelefanten ist hingegen größer und es gibt wenige Merkmale, die die beiden Afrikanischen Elefanten unterscheiden. Afrikanische Waldelefanten sind etwas kleiner und haben oftmals eine bis zu einem Meter geringere Schulterhöhe als Afrikanische Savannenelefanten. Außerdem sind bei Waldelefanten viele Körperteile mehr oder weniger runder geformt, während sie bei Savannenelefanten eckiger und kantiger wirken. Im Gegenteil dazu, sind die Stoßzähne der Afrikanischen Waldelefanten weniger gebogen als die der Afrikanischen Savannenelefanten. Zudem sind die Stoßzähne der Waldelefanten dünner als die der Savannenelefanten und ihr Elfenbein kompakter. Die Stirnpartie der Waldelefanten ist etwas flacher als die der Savannenelefanten. Die Ohren sind im Verhältnis etwas kleiner und runder geformt. Außerdem ist die Haut der Waldelefanten glatter und noch weniger behaart als die der Savannenelefanten. In den Regionen in Zentralafrika, wo sich die Verbreitungsgebiete der Afrikanischen Wald- und Savannenelefanten überschneiden, gibt es durch Hybridisierung auch Mischformen.

Lebensweise

Afrikanische Waldelefanten sind bei weitem nicht so gut erforscht wie Afrikanische Savannenelefanten. Zum einen war die politische Lage in vielen ihrer Verbreitungsländer in den letzten Jahren und Jahrzehnten instabil und Teile des Verbreitungsgebietes somit unpassierbar. Zum anderen macht es ihr Leben im Verborgenen besonders schwer sie zu untersuchen. Viele Beobachtungen von Afrikanischen Waldelefanten wurden auf Waldlichtungen, den sogenannten Bais, gemacht, vor allem auf der Dzanga-Bai im Dzanga Sangha Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik. Insgesamt wird angenommen, dass die Lebensweise der beiden nah verwandten Afrikanischen Elefanten sehr ähnlich ist. Dabei ist der auffallendste Unterschied, dass die Waldelefantenkühe kleinere Kerngruppen bilden als die Weibchen der Savannenelefanten.

Bei Elefanten sind Männchen und Weibchen unterschiedlich sozial organisiert. Elefantenkühe leben in Gruppen, die mehrstufig in einem sogenannten Fission-Fusion-Model organisiert sind. Während die Zahl der Mitglieder der Einheiten von Stufe zu Stufe zunimmt, nimmt die Intensität der Bindungen zwischen den Mitgliedern von Stufe zu Stufe ab. Die Gruppen der verschiedenen Stufen treffen sich regelmäßig und ziehen dann wieder ihrer eigenen Wege. Dabei bilden Familien aus einem Muttertier und ihrem jeweiligen Nachwuchs die Basiseinheiten. Diese zählen bei Afrikanischen Waldelefanten durchschnittlich drei Familienmitglieder, können aber auch aus bis zu sieben Individuen bestehen. Die Weibchen pflegen unterschiedlich starke Bindungen zu anderen Weibchen und stehen mit ihnen im entsprechend engen Kontakt. Verbündete Elefantenweibchen unterstützen sich gegenseitig insbesondere bei der Jungenaufzucht. Dabei sind vor allem die sumpfigen Bais wichtige Treffpunkte für die Waldelefantenfamilien. Wahrscheinlich gibt es genauso wie bei Savannenelefanten auch unter den Waldelefantenweibchen eine Hierarchie, wobei der individuelle Rang abhängig von Alter, Erfahrung, Körpergröße und Sozialkompetenz ist.

Die Männchen sind bei den Elefanten im Unterschied zu den Weibchen mehr oder weniger einzelgängerisch. Während sie bei den Savannenelefanten allerdings manchmal auch in kleinen Gruppen umherstreifen, scheint die Gruppenbildung bei den Bullen der Waldelefanten sehr selten zu sein. Auf jeden Fall sind die Bindungen zwischen den Männchen wesentlich schwächer ausgeprägt als bei den Weibchen. Unter den Männchen in einer Region gibt es ebenfalls eine Rangordnung, die von der Größe und Stärke abhängt. Ranghohe Waldelefantenbullen besetzen eine Bai, die sie gegen andere Männchen verteidigen, und haben so leichteren Zugang zu paarungsbereiten Weibchen. Rangniedere Bullen müssen hingegen wie bei Savannenelefanten auf der Suche nach Geschlechtspartnerinnen in der Gegend umherziehen. Elefantenbullen kommen regelmäßig in die sogenannte Musth. Die Musth ist ein Zustand, der durch einen Testosteron-Schub ausgelöst wird und einige Zeit andauert. Eine Sekretabsonderung aus den Schläfendrüsen sowie ständiges Urintröpfeln zeigen die Musth an. Während dieser Zeit sind die Bullen sehr aggressiv und angriffslustig. Die Fortpflanzung nimmt in der Musth einen sehr großen Stellenwert ein.

Die Größe der Streifgebiete kann bei Afrikanischen Waldelefanten sehr unterschiedlich sein und umfasst durchschnittlich rund 500 Quadratkilometer. Afrikanische Waldelefanten sind ebenso wie Savannenelefanten rund 20 Stunden pro Tag aktiv und legen dabei täglich mehrere Kilometer zurück. Ihre Hauptbeweggründe sind die Suche nach Nahrung, vor allem unregelmäßig verfügbare reife Früchten, und Besuche der Bais für die Mineralstoffversorgung und Sozialkontakte sowie die Vermeidung von Störungen durch Menschen. Die Streifzüge der Waldelefanten hinterlassen in den dichten Regenwäldern ein weitläufiges Wegenetz. Dabei benutzen die Elefanten immer wieder dieselben Pfade, die ihre wichtigsten Orte auf dem kürzesten Weg verbinden und als räumliche Orientierung dienen. Untersuchungen zum Wanderverhalten der Waldelefanten zeigen, dass sie sich häufig sternförmig rund um eine Bai bewegen, die sie typischerweise mindestens einmal pro Woche aufsuchen. Über Mittag machen Afrikanische Waldelefanten ebenso wie Savannenelefanten eine kürzere Ruhepause und schlafen nochmal länger nach Mitternacht. Während sich die Waldelefanten auf den Bais ursprünglich tagsüber tummelten, hat sich ihr Verhalten an das der Menschen angepasst. Um nicht gestört zu werden, besuchen sie die Bais erst nachts.

Elefanten gehören zu den intelligentesten Tieren, die es gibt. Sie haben große, komplexe Gehirne. Dabei sind die Gehirne der Afrikanischen Elefanten die größten aller auf der Erde lebenden und je gelebten Landlebewesen. Die Großhirnrinde des Elefantengehirns verfügt über eine besonders große Oberfläche. Elefanten besitzen eine große Lernkapazität, ein enormes Langzeitgedächtnis und die Fähigkeit zur Empathie. Sie können ihre Artgenossen unterscheiden und verwandte und befreundete Elefanten auch nach langer Zeit und in verschiedenen Situationen wiedererkennen. Zudem besitzt jeder Elefant einen einzigartigen Charakter, der ihn unverwechselbar macht.

Elefanten haben ein breites Spektrum an verschiedenen Kommunikationsweisen. Dieses umfasst die akustische Kommunikation, die chemische Kommunikation über Botenstoffe, Berührungen, Körpersprache und Infraschall. Möglicherweise kommunizieren Elefanten zudem über seismische Schwingungen. Wenn sie aufgeregt sind, trompeten Elefanten mit ihrem Rüssel. Das dabei erzeugte Geräusch ist sehr laut und im Vergleich mit ihren anderen Lauten relativ hochfrequent. Ihre Infraschall-Laute mit einer Frequenz von maximal 20 Hertz sind hingegen für uns Menschen kaum zu hören. Die tieffrequenten Töne produzieren die Elefanten mit den Stimmlippen des Kehlkopfs. Die Schallwellen werden dann über den Boden geschickt und mit Druckrezeptoren in den Füßen und der Rüsselspitze empfangen. Begrüßungszeremonien zwischen miteinander vertrauten Elefanten beinhalten ein ritualisiertes „Berüsseln“. Elefanten gehören neben einigen Primaten, Meeressäugern und Fledermäusen zu den wenigen Säugetieren, die die Fähigkeit zum stimmlichen Lernen besitzen. Sie haben also nicht nur ein genetisches Repertoire, sondern können auch Laute imitieren und erlernen. Bei Gefahr stellen Elefanten ihre großen Ohren seitlich auf, so dass sie von vorne noch größer wirken. Das Ohrenwedeln hat hingegen wohl keine kommunikative Bedeutung und dient der Thermoregulation.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung der Afrikanischen Waldelefanten scheint der der Savannenelefanten im Allgemeinen sehr ähnlich zu sein. Junge Waldelefanten werden etwa in den frühen Teenagerjahren geschlechtsreif. Es scheint, dass Afrikanische Waldelefanten sich etwas später fortzupflanzen zu beginnen als Savannenelefanten. Erstgebärende Waldelefanten haben einer Studie in der Zentralafrikanischen Republik zur Folge ein durchschnittliches Alter von rund 23 Jahren. Die Paarungszeit ist je nach Region des Verbreitungsgebietes abhängig von der saisonalen Nahrungsverfügbarkeit und dem Zugang zu Mineralstoffen. Bais, die typischerweise von ranghohen Waldelefantenbullen besetzt sind, spielen beim Zusammenfinden von Geschlechtspartnern eine große Rolle. Rangniedrigere Männchen durchstreifen hingegen die Gegend auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen.

Die Kopulation ist für Elefanten körperlich herausfordernd und schwierig. Die Scheide der Weibchen befindet sich am Bauch zwischen den Hinterbeinen und ist für die Männchen schwer zu erreichen. Für den Geschlechtsakt müssen die Männchen auf den Rücken der Weibchen steigen und ihren langen, beweglichen Penis in Position bringen. Die Begattung erfordert die Kooperation des Weibchens. Jüngere Bullen brauchen erst einige Übung, um ein Weibchen erfolgreich begatten zu können.

Die Tragzeit der Afrikanischen Waldelefanten dauert ebenso wie bei den Savannenelefanten rund 22 Monate und ist die längste Tragzeit, die es bei Säugetieren gibt. Zur Geburt knicken die Elefantenkühe die Hinterbeine etwas ein, so dass die Geburtsöffnung knapp über dem Boden ist und das Neugeborene so sanft wie möglich auf der Erde landet. Schon kurz nach der Geburt können die Babyelefanten stehen und machen wenig später ihre ersten Schritte. So kann die Familie spätestens nach ein paar Tagen wieder auf Nahrungssuche gehen.

In den ersten ein bis zwei Lebenswochen stolpern die Neugeborenen manchmal über ihren eigenen Rüssel und müssen erst lernen ihn geschickt zu tragen. Die Elefantenkälber werden in den ersten drei Monaten ausschließlich mit Muttermilch ernährt. Insgesamt werden sie bis zu vier Jahre von ihren Müttern gesäugt. Die beiden Milchdrüsen der Elefantenweibchen befinden sich wie beim Menschen thorakal an der Brust zwischen den Vorderbeinen. Die Elefantenbabys saugen mit dem Mund an den Brustwarzen und nicht mit dem Rüssel. Die Väter sind an der Jungenaufzucht nicht beteiligt.

Erst wenn der Nachwuchs selbstständig wird, bekommen die Weibchen nach rund vier bis fünf Jahren das nächste Kalb. Damit ist der Altersabstand zwischen den Geschwistern etwas größer als bei Savannenelefanten. Bis zu einem Alter von rund acht Jahren halten sich die Jungtiere die meiste Zeit im Umkreis von wenigen Metern nahe der Mutter auf. Junge Männchen verlassen ihre Familie mit Beginn des Erwachsenenalters. In der ersten Zeit als Einzelgänger müssen sie sich zunächst einen Platz in der Rangordnung der benachbarten Männchen erkämpfen. Ältere Bullen sind ein wichtiges Vorbild für die Jüngeren. Die Lebenserwartung der Afrikanischen Waldelefanten beträgt wie bei den anderen Elefanten etwa 60 bis 70 Jahre.

Geografische Verbreitung

Afrikanische Waldelefanten waren einst im subsaharischen Zentral- und Westafrika verbreitet und kommen heute hauptsächlich noch im Kongobecken in Zentralafrika vor. Sie sind in den Ländern Äquatorialguinea, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Guinea, Kamerun, Republik Kongo, Republik Liberia, Sierra Leone und Zentralafrikanische Republik beheimatet. Dabei ist das verbliebene Verbreitungsgebiet teilweise zerstückelt, so dass einige Teilpopulationen kaum Möglichkeit zum Austausch haben. In Westafrika gibt es nur noch wenige, sehr kleine, stark fragmentierte Bestände. Die Gesamtverbreitung der Afrikanischen Waldelefanten ist insgesamt noch wenig untersucht. In Regionen in Zentralafrika, wo es sowohl Regenwald als auch Savannenländer gibt, überlappen die Verbreitungsgebiete der Afrikanischen Wald- und Savannenelefanten.

Lebensraum

Afrikanische Waldelefanten bewohnen die tropischen Regenwälder Zentral- und Westafrikas. Dabei kommen sie sowohl in entlegenen Primärwäldern als auch in Sekundärwäldern und Mosaiken aus Regenwald- und Savannenlandstücken vor. Ein charakteristisches Merkmal der Regenwälder des Kongobeckens sind die Bais. In der trockeneren Jahreszeit halten sich die Afrikanischen Waldelefanten bevorzugt in den sumpfigen Regionen auf, während sie in der Regenzeit durch die weniger feuchten Gebiete der Tieflandregenwälder streifen. Insgesamt kommen Afrikanische Waldelefanten vor allem dort vor, wo sie so wenig wie möglich von Menschen beeinflusst werden.

Elefanten sind in ihrem Lebensraum sogenannte Schlüsselarten. Viele Pflanzen sind hauptsächlich oder ausschließlich von Elefanten als „Samentaxi“ zur Ausbreitung abhängig. Dadurch, dass Afrikanische Waldelefanten einen größeren Anteil an Früchten fressen als Savannenelefanten und Asiatische Elefanten, spielen sie auch eine größere Rolle bei der Verteilung von Samen. Während andere früchtefressende Tiere vor allem kleinere Samen über kürzere Distanzen verbreiten, säen Afrikanische Waldelefanten die Samen über ihren Dung im Umkreis von bis zu 57 Kilometern aus. Mit einer Samenverbreitungsrate von bis zu 346 Samen pro Quadratkilometer pro Tag gehören Afrikanische Waldelefanten zu den effektivsten Samenverbreitern der Tropen. Ein weiterer Aspekt ist, dass Waldelefanten zum Erhalt von Waldlichtungen und vielleicht sogar zu ihrer Entstehung beitragen und sich selbst und vielen anderen Waldtieren damit Zugang zu mineralhaltigen Erden ermöglichen, die sie zur Nahrungsergänzung benötigen. Die Bais sind auch für andere große Säugetiere wie Gorillas und Huftiere wichtige Treffpunkte. Letztlich tragen Afrikanische Waldelefanten als „Gärtner des Regenwaldes“ durch ihre Lebens- und Ernährungsweise dazu bei die Artenvielfalt und wichtige Lebensräume zu bewahren. Der Schutz der Biodiversität ist eine elementar wichtige Ökosystemdienstleistung, die auch dem Menschen zu Gute kommt.

Ernährungsweise

Elefanten sind generalistische Pflanzenfresser. Sie fressen sämtliche regional und saisonal verfügbare Pflanzen und Pflanzenteile wie Blätter, Wurzeln, Rinde, Stängel, Gräser, Früchte und Samen. Je nach Saison und Wachstumsstand der einzelnen Pflanzen bevorzugen die Elefanten unterschiedliche Teile von ihnen. Afrikanische Waldelefanten ernähren sich von der Vegetation ihres Lebensraumes, fressen dabei bevorzugt Früchte und ergänzen ihre Nahrung mit Spurenelementen, die sie in Form von mineralischer Erde auf den Bais oder an manchen Wasserstellen aufnehmen können. In den Tropen reifen Früchte asynchron saisonal. Der Zeitpunkt der Fruchtreife ist artspezifisch. So ändert sich die Verfügbarkeit von Früchten ständig. Zudem ist die räumliche Verteilung ungleichmäßig im Unterschied zu den anderen Nahrungsmitteln der Elefanten, die mehr oder weniger überall und gleichmäßig verteilt zu finden sind. Teilweise müssen die Waldelefanten weite Strecken zurückgelegen, um regelmäßig reife Früchte finden zu können. Dabei erfolgt die Suche nach Früchten hauptsächlich über den Geruchssinn. Während es in den Regenwäldern kein Gras zu fressen gibt, finden die Afrikanischen Waldelefanten dies nur an den Rändern des Verbreitungsgebietes am Übergang zu den Savannenländern. Viele Pflanzenteile, die zum Futterpflanzenspektrum der Elefanten gehören, enthalten Giftstoffe, die die Elefanten nicht abbauen können. Stattdessen umgehen sie dieses Problem, indem sie ihren Hunger mit vielen verschiedenen Pflanzen stillen und so nur kleinere Mengen von jedem einzelnen Gift aufnehmen. Afrikanische Walelefanten scheinen außerdem eine Vorliebe für Sekundärwälder zu haben. Möglicherweise steht dies im Zusammenhang mit dem niedrigeren Kronendach und dadurch leichter zu erreichenden Früchten sowie mit weniger Giftstoffen im Sekundärbewuchs. Insgesamt haben Afrikanische Waldelefanten das größte bei Säugetieren bekannte Futterpflanzenspektrum. Allein im Nouabalé-Ndoki-Nationalpark in der Republik Kongo ernähren sich die Waldelefanten von mindestens 500 verschiedenen Pflanzenarten. Bei der Nahrungsbeschaffung werden die Stoßzähne und der Rüssel als Werkzeuge beispielsweise zum Entrinden von Bäumen und zum Abrechen von Ästen benutzt. Mit Hilfe der Greiffinger an der Rüsselspitze können Elefanten sogar Nüsse knacken. Um an Mineralien heranzukommen, graben die Waldelefanten auf den Bais mit ihren Füßen und Stoßzähnen große Löcher in den Boden, die daraufhin mit Grundwasser volllaufen. Die Mineralien gehen dann in Lösung und werden beim Trinken aufgenommen.

Wasser ist im Lebensraum der Waldelefanten im Gegensatz zu dem vieler Savannenelefanten reichlich verfügbar. Sie trinken einmal oder mehrmals am Tag. Dabei saugen sie Wasser mit dem Rüssel ein und spritzen es sich dann in den Mund.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Afrikanische Waldelefanten sind aufgrund ihres verborgenen Lebens in dichten Regenwäldern besonders schwierig zu zählen. Bis zur Kolonialzeit streiften einigen Schätzungen zur Folge noch mehr als zwei Millionen Afrikanische Waldelefanten durch die Regenwälder West- und Zentralafrikas. Dabei wird angenommen, dass einst die meisten Afrikanischen Waldelefanten in der Demokratischen Republik Kongo zu hause waren, wo sie aber bis heute nahezu verschwunden sind. Die Jagd nach Elfenbein hat den Elefanten jahrhundertelang zugesetzt und die Bestände stark dezimiert.

Bestandsuntersuchungen in jüngerer Vergangenheit bringen teilweise erschreckende Ergebnisse. Die Republik Kongo hat im Zeitraum zwischen den Jahren 2003 und 2012 innerhalb von nur zehn Jahren rund 50 Prozent ihrer Waldelefanten verloren. Im Lobéke-Nationalpark in Kamerun haben die Waldelefantenbestände im Zeitraum zwischen 2002 und 2015 ebenfalls um rund 51 Prozent abgenommen. Im Nki-Nationalpark auch in Kamerun sind im Zeitraum zwischen 2005 und 2015 ca. 78 Prozent der Waldelefanten verschwunden. Im Boumba-Bek-Nationalpark, einem dritten Schutzgebiet in Kamerun werden seit dem Zeitraum zwischen 2011 und 2015 sogar ca. 90 Prozent vermisst. Im Minkebe Nationalpark in Gabun, wo bis zum Jahr 2004 eine der wichtigsten Waldelefantenpopulation mit einer Größe von rund 21.000 Tieren lebte, sind im Zeitraum zwischen den Jahren 2004 und 2012 mindestens 11.100 Waldelefanten getötet worden. Im Jahr 2012 gab es im Bouba-N'Djida-Nationalpark in Kamerun ein Massaker, bei dem innerhalb von sechs Wochen bis zu 450 Waldelefanten gewildert worden sind. Im Jahr 2013 wurden auf der Dzanga-Bai im Dzanga Sangha Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik an einem einzigen Tag 26 Waldelefanten getötet. Insgesamt wird die Abnahme des Gesamtbestandes der Afrikanischen Waldelefanten im Zeitraum zwischen den Jahren 2002 und 2011 auf rund 62 Prozent beziffert. Im Campo-Ma’an-Nationalpark in Kamerun und im Dzanga Sangha Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik scheinen die Waldelefantenbestände hingegen in den Zeiträumen zwischen 2008 und 2014 beziehungsweise zwischen 2012 und 2016 relativ stabil zu sein.

Aktuell wird die Zahl der Afrikanischen Elefanten in den Zentral- und Westafrikanischen Regenwäldern nur noch auf ca. 60.000 bis 150.000 Tiere geschätzt, wobei viele Experten von weniger als 100.000 Tieren ausgehen. Etwa die Hälfte davon leben in den Regenwäldern Gabuns. Allerdings bestehen Zweifel, ob diese Regenwaldelefanten alles Waldelefanten und nicht sogar mehr als ein Viertel davon Hybride oder Savannenelefanten sind.

In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind Afrikanische Elefanten ohne Unterscheidung zwischen Wald- und Savannenelefanten insgesamt als gefährdet eingestuft. Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES sind die Afrikanischen Elefanten mit der Ausnahme der Populationen von den vier südafrikanischen Ländern Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika im Anhang I gelistet. Für die in Zentral- und Westafrika beheimateten Afrikanischen Waldelefanten gelten somit die Bestimmungen des Anhang I. Ein internationaler kommerzieller Handel mit Afrikanischen Waldelefanten oder Produkten aus Teilen von ihnen ist also strengstens verboten. Dabei stellt die unter Einhaltung einer bestimmten Quote in Kamerun erlaubte Trophäenjagd eine Ausnahme dar.

Bedrohungsfaktoren

Die größten Bedrohungen für Afrikanische Waldelefanten sind heutzutage die Wilderei und der Lebensraumverlust. Die Stoßzähne der Elefanten werden schon seit Jahrtausenden kunstvoll verarbeitet. Elfenbein hat eine vergleichsweise weiche Konsistenz, ist mit einem Messer leicht ritzbar und ein beliebter Rohstoff für Schnitzereien, Schmuck, Einlegearbeiten sowie luxuriöse Gebrauchsgegenstände. Schon vor einigen Jahrhunderten war Elfenbein so begehrt und teuer, dass es auch das „weiße Gold“ der Elefanten genannt wurde. Dabei gilt das Elfenbein der Waldelefanten aufgrund seiner größeren Kompaktheit als das wertvollere Elfenbein.

Im Altertum war das Ausmaß des Elfenbeinhandels zunächst durch die rudimentären Jagdmethoden und Handelsstrukturen begrenzt. Aber die Erschließung des afrikanischen Kontinents, transatlantische Handelsbeziehungen und die Jagd mit Feuerwaffen eröffneten in der Kolonialzeit eine neue Dimension des Elfenbeinhandels. Dieser war eng mit dem Sklavenhandel verbunden. In Europa und Amerika wurden jährlich tonnenweise Elfenbein zu Besteckgriffen, Klaviaturen, Billardkugeln und vielem mehr verarbeitet. Der Haupthandelsplatz war Europa. Insgesamt wurden im 19. Jahrhundert in Afrika im „Elfenbeinrausch“ ca. 20 Millionen Elefanten getötet. Am Ende des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts verursachten die Abschaffung des Sklavenhandels, die beiden Weltkriege sowie die Einführung von Kunststoff eine Abnahme der Nachfrage nach Elfenbein in Europa. So konnten sich die Elefantenbestände in Afrika zunächst erholen.

In der Zwischenzeit verlagerten sich die Haupthandelsplätze für Elfenbein nach Ostasien. In der Folge erreichte die Jagd nach Elfenbein in den 1970er Jahren einen erneuten Höhepunkt. Um den internationalen Elfenbeinhandel zu kontrollieren und die Restbestände der Elefanten zu schützen, wurden die Asiatischen Elefanten 1975 im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES im Anhang I gelistet und die Afrikanischen Elefanten 1977 im Anhang II. Dadurch war der Handel mit Asiatischen Elefanten und Teilen von ihnen verboten und der mit Afrikanischen Elefanten und Teilen von ihnen streng reguliert. Zwischen 1970 und 1989 starben trotzdem etwa 700.000 Afrikanische Elefanten für ihr Elfenbein und die Bestände wurden in vielen Teilen des Verbreitungsgebietes ausgerottet. Im Zeitraum zwischen den Jahren 1979 und 1988 stammte rund ein Drittel des weltweit gehandelten Elfenbeins aus Zentralafrika. Dabei ist nicht bekannt wie groß die Anteile von Elfenbein von Wald- und Savannenelefanten waren. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Afrikanischen Elefanten 1989 im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES in den Anhang I aufgenommen wurden. Ein internationaler Handel mit Afrikanischen Elefanten und Teilen von ihnen war somit auch vollständig verboten. In den darauffolgenden Jahren konnten sich einige Elefantenbestände vor allem im südlichen Afrika gut erholen. So wurden im Jahr 1997 die Regularien gelockert und die Populationen von Botswana, Namibia und Simbabwe wieder in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES aufgenommen. Im Jahr 2000 folgte die Population von Südafrika. In den Jahren 1999 und 2008 wurden diesen drei beziehungsweise vier Ländern im Rahmen der CITES-Konvention insgesamt zwei Verkäufe von Elfenbeinlagerbeständen gestattet. Beim ersten Verkauf erwarb Japan 1999 rund 50 Tonnen Elfenbein. Im Jahr 2008 ersteigerten Händler aus China und Japan eine Menge von etwa 101 Tonnen Elfenbein. Die Afrikanischen Waldelefanten waren von diesen Einmalverkäufen allerdings nicht betroffen. Für sie gelten seit 1989 ohne Ausnahme die Bestimmungen des Anhanges I.

Seit dem Jahr 2007 befindet sich Afrika erneut in einer Wildereikrise, die sich bis heute weiter zuspitzt. Dabei wirkt die anhaltende große Nachfrage aus Fernost als die treibende Kraft. Über die Jahre hat sich eine hoch professionelle Wildtiermafia mit einem komplexen Netzwerk aus Wilderern, Schmugglern und Händlern etabliert. Die Wilderer sind teilweise schwer bewaffnet und militärisch ausgebildet. Derzeit werden afrikaweit rund 20.000 Elefanten pro Jahr, also durchschnittlich ein Elefant pro halber Stunde, gewildert. Dabei sind vor allem Zentral- und Ostafrika häufiger Tatort der Elefantenwilderei. Untersuchungen im Rahmen des Programms MIKE zur Überwachung illegaler Elefantentötungen zeigen, dass der Gesamtbestand der Afrikanischen Waldelefanten derzeit ca. zehn bis 18 Prozent jährlich abnimmt. Diese Rate macht die Afrikanischen Waldelefanten zu einem der am stärkten bedrohten Tiere Afrikas. Afrikanische Waldelefanten vermehren sich einer aktuellen Studie zur Folge langsamer als Savannenelefanten. Um den Bestandsverlust von 62 Prozent im Zeitraum zwischen 2002 und 2011 wieder auszugleichen, würden sie allein etwa 81 Jahre Zeit benötigen.

Afrikanische Waldelefanten sind aus mehreren Gründen ganz besonders gefährdet Opfer von Wilderei zu werden. Ihr Elfenbein ist besonders begehrt. Die Wilderer profitieren bei ihren Raubzügen von der Deckung der dichten Regenwälder. In den meisten Verbreitungsländern der Afrikanischen Waldelefanten ist die politische Lage zudem instabil und die Strafverfolgung mangelhaft. Dadurch dass die Elefantenbestände in weiten Teilen des südlichen und östlichen Afrikas immer besser geschützt werden und der illegale Elfenbeinhandel dort zunehmend erfolgreich kontrolliert wird, ist das Risiko für Wilderer in den Regenwälder Zentralafrikas vergleichsweise geringer. Regionale Wildereischwerpunkte zeigen, dass sich die Wildtiermafia ständig neu orientiert.

Wie das Elfenbein dann genau von Afrika nach Asien gelangt, ist nicht vollständig bekannt. Aufgriffe lassen vermuten, dass sich die Hauptschmuggelrouten regelmäßig ändern. Oftmals wird das Elfenbein zunächst über innerafrikanische Transitländer geschmuggelt, bevor es den Weg nach Asien antritt. Die großen Ladungen Elfenbein werden typischerweise per Schiff geschmuggelt. Auf jeden Fall zeigen Sicherstellungen, dass das illegale Elfenbein teilweise gut getarnt wird. Stoßzähne und Elfenbeinschnitzereien werden zum Beispiel in ausgehöhlten Baumstämmen oder in einer Charge Maiskörner versteckt, in Ton eingetöpfert, schwarz eingefärbt und als Ebenholzschnitzereien deklariert und vieles mehr. Im Zeitraum zwischen 2007 und 2014 wurden von den zuständigen Behörden insgesamt mehr als 270 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt. Ziel der Schmuggelware sind vor allem die Schwarzmärkte in China. Doch während die Händler richtig große Profite machen, erhalten die Wilderer in Afrika nur einen Bruchteil der Gewinne.

Schlupflöcher für den Handel mit Elfenbein bieten einige nationale Binnenmärkte. Die Handelsregulation beziehungsweise der Handelsbann durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES gilt nur für den internationalen Handel. Der nationale Elfenbeinhandel ist hingegen in vielen asiatischen und einigen außer-asiatischen Ländern erlaubt. Im Jahr 2016 gehörten China, Hongkong, Thailand und die USA zu den weltgrößten legalen Elfenbeinmärkten. Diese oft unkontrollierten nationalen Binnenmärkte laden dazu ein, illegales Elfenbein „reinzuwaschen“. Eine Resolution, die auf der CITES-Artenschutzkonferenz im Jahr 2016 verabschiedet wurde, fordert alle Länder auf, ihre nationalen Elfenbeinmärkte für den Schutz der Elefanten und im Kampf gegen die Wilderei zu schließen. Kurz darauf gab China bekannt, den nationalen Handel mit Elfenbein und dessen Verarbeitung bis Ende 2017 zu verbieten.

Neben der Wilderei leiden Elefanten ebenso wie viele andere Wildtiere unter dem Verlust, der Degradierung und der Zerschneidung ihres natürlichen Lebensraumes. Weite Teile des Verbreitungsgebietes der Elefanten verfügen über wertvolle Rohstoffe, wie Holz, Bodenschätze und Erdöl. Bisher ist vor allem der selektive Holzeinschlag verantwortlich für Störungen und Eingriffe in die Naturräume im Verbreitungsgebiet der Afrikanischen Waldelefanten. Zuvor abgelegene Regionen werden infrastrukturell erschlossen und der Lebensraum von einem Netz aus Transportwegen zerschnitten. Insgesamt sind im Zeitraum zwischen 2002 und 2011 schon rund 30 Prozent des Lebensraumes verloren gegangen.

Aber die Wilderer haben es nicht nur auf Elfenbein abgesehen, sondern auch auf das sogenannte Buschfleisch. Afrikanische Waldelefanten werden ebenso wie sämtliche andere Tiere der zentralafrikanischen Wälder gejagt, verkauft und verspeist. Dabei sind die Elefanten eine Verlockung für die Wilderer, da an ihnen mehr Fleisch dran ist als an den meisten anderen potentiellen Beutetieren. Die Kommerzialisierung des Buschfleischhandels hat mittlerweile zur totalen Übernutzung der Wildtierbestände geführt. Sogar vor Schutzgebieten machen die Wilderer keinen Halt. Die Buschfleischproblematik wird durch den Rohstoffgewinn in den Regenwäldern verstärkt. Zum einen ernähren sich die Arbeiter, die sich vor Ort ansiedeln, gerne von Buschfleisch und zum anderen erleichtern die Transportwege, die dafür geschaffen werden, den Jägern den Zugang und den Abtransport des Fleisches. Der Ausbau von Ökotourismus als alternative Einkommensquelle ist im Verbreitungsgebiet der Afrikanischen Waldelefanten bisher nur in geringem Ausmaß entwickelt.

 

Der Elefantenschutz ist seit Jahrzehnten ein großes Thema für den WWF. Elefanten gehören ebenso wie Eisbären, Nashörner, Tiger, Menschenaffen, Große Pandas und weitere Arten zu den Flaggschiffarten des World Wide Fund for Nature. Der WWF ist weltweit in zahlreichen Projekten zum Schutz und zur Erforschung bedrohter Arten aktiv und hat bereits viel erreicht. Weitere Informationen über die Projektarbeit finden sich unter: www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten

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