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Stand: 08.01.2018

Kohle statt Kirche

Immerather Dom wird abgerissen © Axel Schumann / WDR

Jetzt ist es also soweit: Der Abriss des sogenannten Immerather Doms beginnt. Wo das denkmalgeschützte Wahrzeichen der Region steht, soll bald Braunkohle gebaggert werden. Am Morgen hatten mehrere Greenpeace-Aktivisten auf dem streng gesicherten Gelände versucht, den Abriss zu verhindern. Sie kletterten auf das Gebäude und entrollten an der Fassade mit den beiden großen Türmen ein Banner mit der Aufschrift „Wer Kultur zerstört, zerstört auch Menschen“. Tags zuvor hatten rund 300 Menschen mit einer Mahnwache Abschied von dem früheren Gotteshauses genommen.

 

RWE geht davon aus, dass der Abriss der Kirche etwa zwei Wochen dauern wird. Das Dorf Immerath wurde schon fast komplett Opfer der Bagger. Die Nachbarhäuser des imposanten Baus sind schon alle verschwunden.

 

Die Kirche der katholische Pfarrei St. Lambertus ist seit 2013 entwidmet. Sie galt dadurch nicht mehr als Gotteshaus.

 

Streberwissen: Der Braunkohlebergbau Garzweiler hat schon 16 Orte geschluckt. Mehr als 11.000 Menschen verloren dafür ihre Heimat. Das Abbaugebiet erstreckt sich über 84 Quadratkilometer. Insgesamt wurden in Deutschland alleine für den Braunkohlebergbau mehr als 300 Siedlungen abgebaggert. 100.000 Menschen mussten umziehen.

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