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Menschengemachte Katastrophe

28. Januar 2019

Schlammlawine in Brasilien: WWF fordert deutsche Unternehmen auf, Verantwortung zu übernehmen

Goldmine in Brasilien © Edward Parker / WWF
Goldmine in Brasilien

Am Freitag sind bei einem Dammbruch im Südosten Brasiliens mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen – geschätzte 300 Personen werden noch vermisst. Der Damm in Brumadinho in der Nähe von Belo Horizonte gehörte zu einer Mine des brasilianischen Bergbauunternehmens Vale. Wie bereits beim Dammbruch in Mariana in 2015, der mit 19 Toten als die bis dahin größte Umweltkatastrophe Brasiliens gilt, wird auch die Region um den Paraopeba-Fluss vorrausichtlich auf Jahrzehnte zerstört sein.

 

Angesichts der Katastrophe fordert der WWF deutsche Unternehmen auf, Verantwortung zu übernehmen. Deutschland beziehe über 50 Prozent seines importierten Eisenerzes aus Brasilien und zähle zu den größten Abnehmern des Rohstoffs in Südamerikas größtem Land. In der im Oktober 2018 veröffentlichten Studie „Rohstoffboom zwischen Gewinnen und Verlusten – Deutschlands ökologischer Fußabdruck durch Stahl und Aluminium“ gehen die Umweltschützer auf die Folgen und Risiken des Abbaus von Eisenerz und Bauxit ein.

 

„Der Dammbruch zeigt, welch unfassbares Leid der Abbau von Rohstoffen verursachen kann. Und doch ist diese Katastrophe nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Ökologischer Fußabdruck beim WWF Deutschland. „Der alltägliche Wahnsinn zeigt sich gerade in Brasilien in Form von Entwaldung, Verlust an Biodiversität, Verschmutzung von Wasser, Böden und Luft. Schutzgebiete werden verkleinert oder gleich ganz aufgelöst. Auch hier zahlen am Ende die Menschen die Zeche. Auch deutsche Unternehmen tragen hierfür Verantwortung, wenn sie Rohstoffe aus solchen Bergwerken importieren.“

 

Der WWF fordert deutsche Unternehmen auf, die Risiken und Auswirkungen ihrer Geschäfte auf die Bergbau-und Metall-Wertschöpfungskette genau zu untersuchen, um die Einhaltung von verbindlichen Sozial- und Umweltstandards bei ihren Lieferanten sicherzustellen. Das betreffe insbesondere auch solche Produkte und Ressourcen, die aus Risikogebieten importiert werden.

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