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Eisbären erliegen Erderhitzung

14. Juni 2018

Zahl der Eisbären in der südlichen Hudson Bay drastisch gesunken/WWF: Kohlestopp dringend nötig

In der südlichen Hudson Bay gibt es immer weniger Eisbären © Richard Barrett/WWF UK
In der südlichen Hudson Bay gibt es immer weniger Eisbären © Richard Barrett/WWF UK

Die Eisbären-Population in der südlichen Hudson Bay in Kanada ist drastisch eingebrochen. In den vergangenen fünf Jahren sank ihre Zahl um 17 Prozent, von 943 auf 780 Exemplare. Das geht aus einer neuen Studie renommierter Eisbärenforscher aus den USA und Kanada hervor, die der WWF unterstützt. Die Ergebnisse basieren auf umfassenden Beobachtungen der Population aus der Luft. „Die Klimakrise setzt den Eisbären immer weiter zu. In den letzten Jahren mussten wir bereits beobachten, wie es mit der körperlichen Verfassung der Eisbären rapide bergab ging, viele von ihnen sind heute kleiner und dünner als noch vor zehn Jahren“, sagt Dr. Sybille Klenzendorf, Arktisexpertin beim WWF Deutschland. „Jetzt geht es den Eisbären an der südlichen Hudson Bay auch zahlenmäßig an den Kragen, da die älteren Tiere sterben und weniger Junge nachkommen.“

 

Die Eisbären sind für ihre Nahrungssuche auf das arktische Eis in der Hudson Bay angewiesen, da sie von dort aus nach Robben jagen. Doch der Eisschild hat sich seit den 1980ern extrem verändert:  Im Durchschnitt ist die Hudson Bay im Jahr nun vier Wochen kürzer zugefroren, mit entsprechend verheerenden Konsequenzen für die Eisbären. „Der Anteil der Eisbärenjungen ist von 12 Prozent im Jahr 2011 auf 5 Prozent im Jahr 2016 gesunken – viele überleben die ersten Jahre nicht. Wenn nichts geschieht, wird sich dieser negative Trend fortsetzen. Um den Eisbären zu helfen, müssen wir die Klimakrise bekämpfen“, sagt Klenzendorf.

 

Hier ist auch Deutschland gefragt: „Deutschland muss schleunigst aus der Kohleverstromung aussteigen, einem der schlimmsten Klimakiller überhaupt.  Noch verbrennen wir in Deutschland mehr Braunkohle als jedes andere Land der Welt und feuern die Erderhitzung damit weiter an“, so Klenzendorf. „Auch im Verkehr, im Gebäudesektor und in der Landwirtschaft muss die Bundesregierung dringend den CO2-Ausstoß reduzieren und so einen gerechten Anteil zu den weltweiten Klimaschutzbemühungen beitragen, zu denen wir uns in Paris verpflichtet haben.“

 

Zum Hintergrund:

Der Report “Reassessing abundance of Southern Hudson Bay polar bears by Aerial Survey: effects of climate change at the southern edge of the range” wurde in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Arctic Journal veröffentlicht. Die Zahlen basieren auf einer Schätzung der Population durch Beobachtungen aus der Luft im Jahr 2016, die Vergleichszahlen stammen von einer Bestandsaufnahme von 2011/12.

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar@wwf.de

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