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Stand: 14.06.2017

Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich nachhaltige Landwirtschaft

Laut einer Umfrage des WWF Deutschland sehen die meisten Deutschen die Politik in der Pflicht, sich für eine nachhaltigere Landwirtschaft einzusetzen. Demnach sollen Subventionen vorrangig an nachhaltige Landwirte ausgezahlt werden. Die Umfrage zeigt zudem, dass die Konsumenten bereit sind, höhere Preise für nachhaltige Lebensmittel in Kauf zu nehmen.

Bio-Gemüse auf dem Markt © Global Warming Images / WWF
Bio-Gemüse auf dem Markt © Global Warming Images / WWF

Die meisten Deutschen befürworten eine nachhaltige Landwirtschaft und sie sind der Meinung, die Agrarpolitik sollte die Natur besser schützen. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov. Im Auftrag des WWF Deutschland wurden über 2050 Bürgerinnen und Bürger befragt, ob Böden, Wasser und Artenvielfalt durch die deutsche Landwirtschaftspolitik besser geschützt werden sollten. Eine deutliche Mehrheit von 88 Prozent sieht demnach die Politik in der Pflicht und stimmte mit „Ja“.

Jährlich fließen rund fünf Milliarden Euro Steuergelder in den Agrarbereich. Rund 80 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Landwirte diese Subventionen nur dann erhalten sollten, wenn sie im Gegenzug auch die Umwelt schützen. Diese Forderung unterstützt auch WWF-Vorstand Christoph Heinrich: „Öffentliche Gelder müssen gezielt eingesetzt werden, um die Landwirtschaft ökologischer zu machen.“

Nachhaltige Lebensmittel: Konsumenten sind bereit, höhere Preise zu zahlen

Kartoffeln © iStock / Getty Images
Kartoffeln © iStock / Getty Images

Im Umkehrschluss sind die Deutschen aber auch bereit dazu, höhere Lebensmittelpreise zu akzeptieren, wenn dadurch landwirtschaftliche Produkte nicht auf Kosten des Ökosystems und der Kulturlandschaft hergestellt werden. Die agrarpolitische Realität sieht jedoch anders aus: „Die aktuelle Politik belohnt die konventionelle Intensiv-Landwirtschaft. Bestraft werden hingegen Bauern, die nachhaltig produzieren und damit unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützen. Das darf so nicht weiter gehen“, sagt Heinrich.

Der WWF Deutschland fordert daher eine faire Verteilung der Agrargelder. Christoph Heinrich: „In Zukunft darf bei diesen Direktzahlungen nicht mehr nur die Größe der Betriebe auschlaggebend sein. Außerdem muss die Agrarpolitik so gestaltet werden, dass auch kleinere Familienbetriebe überlebensfähig bleiben.

WWF fordert Reform der Agrarpolitik

Nur 16 Prozent der Deutschen glauben, dass die aktuelle Landwirtschaftspolitik positive Auswirkungen für die Böden, das Grundwasser und die biologische Vielfalt haben.  „Nach den anstehenden Wahlen muss sich die Bundesregierung endlich an eine grundlegende Reform der Agrarpolitik wagen. Unsere Umfrage zeigt, dass die Gesellschaft die Politik längst überholt hat“, sagt Christoph Heinrich. 

Der WWF Foodtruck rollt durch Deutschland

Dass ökologische Landwirtschaft nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Verbraucher ist, beweist der WWF Foodtruck, der seit dem 15. Juni 2017 durch Deutschland tourt. In zehn Großstädten präsentiert der WWF nachhaltiges Essen aus den jeweiligen Regionen. WWF-Experten begleiten den Foodtruck und geben Tipps für eine gesunde Ernährung. Zusätzlich gibt es Mitmach-Aktionen, Mittags-Snacks und Informationen rund um das Thema nachhaltige Landwirtschaft.

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