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Stand: 12.10.2017

WWF-Artenlexikon

Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus)

Lebensraum Tieflandregenwälder, Auenwälder, Sumpfwälder, Torfmoorwälder, sogenannte Dipterocarp-Wälder sowie Sekundärwälder und degradierte Wälder in Höhenlagen von bis zu 500 Metern, gelegentlich auch Bergwälder in Höhenlagen von bis zu 1.500 Metern
Geografische Verbreitung Borneo-Orang-Utans kommen ausschließlich auf der Insel Borneo vor. Ihre Verbreitung umfasst die beiden malaysischen Bundesstaaten Sabah und Sarawak sowie die vier indonesischen Provinzen Nordkalimantan, Ostkalimantan, Zentralkalimantan und Westkalimantan
Gefährdungsstatus Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gelten Borneo-Orang-Utans als vom Aussterben bedroht
Bestandsgröße Im Jahr 2016 schätzte der WWF den Gesamtbestand der Borneo-Orang-Utans auf etwa 54.000 Tiere
Borneo Orang-Utan. © Michael Poliza / WWF

Der rote Waldmensch

Die Orang-Utans sind die größten echten Baumsäugetiere und die einzigen heute noch lebenden Großen Menschenaffen in Asien. Heute kommen Orang-Utans, deren malaiischer Name „Waldmensch“ bedeutet, nur noch auf Sumatra und auf Borneo vor.

Es existieren zwei Orang-Utan-Arten, der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan. Der Borneo-Orang-Utan kommt in drei Unterarten vor. Nordwest-Borneo-Orang-Utans (pongo pygmaeus pygmaeus) leben in Westkalimantan und Sarawak. Südwest-Borneo-Orang-Utans (pongo pygmaeus wurmbii) kommen in West- und Zentralkalimantan vor und Nordost-Borneo-Orang-Utan (pongo pygmaeus morio) in Sabah, Ost- und Nordkalimantan. Wissenschaftler gehen von 45 unterschiedlichen Meta-Populationen aus. Orang-Utans leben meist in den Tieflandregenwäldern und in den Sümpfen des Flachlands.

Die Orang-Utans leben im Gegensatz zu ihren afrikanischen Menschenaffenverwandten überwiegend als Einzelgänger. Nur zur Fortpflanzung kommen Männchen und Weibchen kurz zusammen. Wie viele Tiere in einem Gebiet vorkommen, hängt vom Nahrungsangebot ab und übersteigt nur selten die Dichte von zwei Tieren pro Quadratkilometer. Auf Borneo wird der Gesamtbestand des Orang-Utans auf 54.000 Tiere geschätzt. Der Bestand der Borneo-Orang-Utans sank zwischen 1950 und 2010 um mehr als 60 Prozent.

Der Borneo-Orang-Utan wird auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN von 2016 als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Die beiden Hauptgründe, warum die meisten Borneo-Orang-Utans-Populationen in einem starken Rückgang sind, sind zum einen Zerstörung, Degradierung und Fragmentierung ihrer Lebensräume und zum anderen Jagd und Haustierhandel. Fachleute schätzen, dass jedes Jahr 1.000 bis 2.000 meist junge Orang-Utans nach Java und Übersee geschmuggelt werden. Wiederkehrende Waldbrände, vor allem in Torfwäldern, verursachen zusätzliche scharfe Rückgänge.

 

Große Menschenaffen wie der Orang-Utan gehören zu den Leitarten des WWF. Daher hat sich die Umweltstiftung deren weltweiten Schutz zum Ziel gesetzt. Der WWF Deutschland engagiert sich seit 2003 verstärkt für den Schutz des Orang-Utans auf Borneo. Gemeinsam mit unseren internationalen und lokalen Partnerorganisationen arbeiten wir dafür, die verbleibenden Wälder dieser Region und ihre charismatischen Baumbewohner langfristig zu erhalten und die Wilderei zu unterbinden.

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