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Stand: 06.03.2017

Klimaretter Stadt

Weltweit rücken die Menschen näher zusammen: 54 Prozent der Weltbevölkerung leben in Städten, bis 2050 werden es 70 Prozent sein. Und schon heute gehen mehr als zwei Drittel der klimaschädlichen Treibhausgase auf das Konto der Stadtbevölkerung. Außerdem werden die Folgen der Klimaerwärmung in den dicht bebauten Gebieten besonders stark zu spüren sein, wenn in sommerlichen Hitzephasen die Nächte kaum Abkühlung bringen und extrem starke Regenfälle die Kanalisation überlaufen lassen.

Fahrradweg © iStock Getty Images
Fahrradweg © iStock Getty Images

Die Städte und ihre Bewohner haben nicht nur gute Gründe, sondern auch beste Voraussetzungen, etwas gegen den Ausstoß von Treibhausgasen zu unternehmen. Wo viele Menschen wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen, lassen sich energieintensive Prozesse effizienter bündeln. Besonders deutlich ist das beim Verkehr: In den Städten sind viele Wege so kurz, dass man sie problemlos zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen kann. Wenn es zu weit, zu kalt oder zu nass ist, weicht man auf Bus und Bahn aus. Zumindest in der Theorie. Tatsächlich ist der öffentliche Raum noch zu stark auf den klimaschädlichen Autoverkehr ausgerichtet und auch der öffentliche Verkehr lässt gelegentlich zu wünschen übrig, was Fahrpläne, Komfort und Tarife angeht. Das lässt sich aber ändern – mit neuen Schienen und Bahnen, sicheren Wegen für den Fußverkehr und mehr Platz für das Fahrrad auf den Straßen und beim Parken. Die Kommunen sollten Jobtickets für ihre Beschäftigten einführen und den Fuhrpark auf Elektromobilität umstellen. Damit verringern sie nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern schützen auch die Menschen vor Lärm und Abgasen.

Genauso wie ihre Bürgerinnen und Bürger und die örtlichen Unternehmen können die Städte ganz praktisch Klimaschutz betreiben. Zum Beispiel indem sie in ihren Kantinen mehr Gemüse und weniger Fleisch kochen, ihre Stadtwerke zu Motoren der Energiewende machen, sparsame Beleuchtung einsetzen oder ihre Pensionsrücklagen in „grüne“ Fonds investieren. Aber bitte schnell! Um die globale Klimaerwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen, müssen wir sofort mit dem Ausstieg aus Kohle und Erdöl beginnen. Das Pariser Klimaabkommen ist seit Ende 2016 in Kraft und erteilt uns einen klaren Auftrag: Höchste Zeit, dass Klimaschutz Stadt findet.

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