Content Section

Stand: 15.06.2017

WWF Foodtruck in Potsdam

Der WWF-Foodtruck in Potsdam © Peter Jelinek / WWF

Donnerstag, 15. Juni und Freitag, 16. Juni von 10:00 bis 18:00 Uhr
am Brandenburger Tor in Potsdam

Nichts setzt der biologischen Vielfalt mehr zu als die Zerstörung von Lebensräumen. Auch in Deutschland verlieren viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten ihr Zuhause und damit die Voraussetzungen für ihr Leben und Überleben. Vor allem die intensive Landwirtschaft spielt dabei eine Rolle. Denn sie bedroht zunehmend vor allem die vielfältigen Lebensräume der Kulturlandschaft. Weiden, Wiesen und Äcker verändern sich dramatisch und werden von überdüngten, gleichförmigen Flächen verdrängt. Die klassischen Wald- und Wiesenvögel, Schmetterlinge und Feldhamster verschwinden gemeinsam mit ihren Lebensräumen. Am Ende droht eine stumme, monotone Kulturlandschaft zu entstehen.

In unserem Regionalbericht Potsdam schauen wir uns die Lage in und im Umkreis der brandenburgischen Landeshauptstadt genauer an. Welchen Fußabdruck hinterlassen die Bewohner Potsdams mit ihrer Ernährung? Wie viel Ressourcen nehmen sie in Anspruch, wie viel davon stammt aus anderen Regionen der Welt, wie viel verschwenden sie? Unser Regionalbericht klärt auf.

Der jährliche Flächenfußabdruck der Potsdamer Ernährung beträgt 41.132 Hektar © WWF

Bezogen auf den bundesdeutschen Durchschnitt benötigen alle Potsdamer zusammen für die Erzeugung ihrer Lebensmittel eine Fläche von 41.132 Hektar, das sind 57.607 Fußballfelder! Davon belegen die Potsdamer über 11.000 Hektar an Fläche in anderen Regionen der Welt. Würden sich alle Potsdamer nach den Empfehlungen der WWF-Ernährungspyramide ernähren, könnten 3.621 Hektar eingespart werden, dies entspricht etwa 9 Prozent der gesamten „Ernährungsfläche“. Davon profitierten im Übrigen nicht nur Umwelt, Klima und Natur, sondern ganz unmittelbar wir selbst. Denn wir alle ernährten uns auf diese Weise gesünder.

Die Foodhelden, die den WWF Foodtruck in Potsdam mitgestalten, sind:

Inspiriert von der Natur – so organisiert Johannes Emken von der Organiced Kitchen sein Bio-Catering. Dementsprechend wichtig sind ihm kurze (Transport-)Wege, ökologisch produzierte Zutaten und Lebensmittel sowie saisonale Frische. Seine Küche verdankt er dem engen Schulterschluss mit den Erzeugern und vorzüglicher Kenntnis deren Arbeits- und Produktionsweisen. Moderne Zubereitungsweisen und exotische Gewürze tun ihr Übriges.

Kräftige Brotlaibe aus Sauerteig mit Feuerkruste, Dinkelganzkornbrote oder Landbrote französischer Art – die Bäckerei & Konditorei Fahland setzt auf traditionelles Bäckerhandwerk und regionale Rohstoffe in Bio-Qualität. Dafür werden der verwendete Bio-Roggen im Naturschutzgebiet Nuthe-Nieplitz und der Bio-Dinkel im Naturpark Hoher Fläming angebaut. Vermahlen wird das Getreide in der historischen Obermühle in Gottsdorf. Die frischen Bio-Milchprodukte bezieht die Bäckerei aus der „Gläsernen Molkerei“ in Münchehofe.

Das Projekt SpeiseGut arbeitet nach dem Prinzip solidarischer Landwirtschaft. Jeder kann Anteile erwerben und zum Co-Bauer von Gründer Christian Heymann werden. Auf den zehn Hektar großen Ackerflächen baut er seine Produkte so an, wie es die Natur erlaubt. Alles hat seine Bestimmung – selbst das sogenannte Unkraut. Das

schützt Böden und Produkte vor heftiger Sonne, gibt Feuchtigkeit ab, lockt Bienen und andere nützliche Insekten. Sogar eine eigene Ölmühle betreibt die Gemeinschaft.

Das Grüne Klassenzimmer ist ein außerschulischer Lernort. Anstatt Computer, Tafel und Bücher gibt es hier frische Luft, bunte Wiesen, alte Bäume, duftende Kräuter und zwitschernde Vögel. Die Angebote orientieren sich am Lehrplan, passen aber vor allem zu den Kindern und Jugendlichen. Dementsprechend wird viel gespielt, geforscht und experimentiert. Beim WWF Foodtruck ist das Grüne Klassenzimmer mit einem Kräuterquiz und Aktionen rund um heimische Garten- und Wildkräuter mit dabei.

Plastikverpackungen wohin man schaut? Nicht bei Basics Unverpackt. Die Schülerfirma der Freien Waldorfschule Kleinmachnow versorgt ihre Kunden mit nachhaltigen Bio-Grundnahrungsmitteln, die allesamt lose verkauft werden. Für diejenigen, die kein Glas oder keinen Stoffbeutel dabei haben, gibt es auch welche zum Ausleihen oder Kaufen. Das Sortiment reicht von Nudeln und Reis über Brot bis hin zu Gummibärchen.

Geboren aus einer kleinen Idee verfolgt Ackerdemia große Ziele: Nachhaltige Bildung und mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel. Christoph Schmitz bringt im Rahmen der Gemüseackerdemie ein Gemüsequiz, Rezeptkarten und hat eine Kartenspiel-Verlosung mit zum WWF Foodtruck.