Wie Tiger-Schutz dem Klima hilft

"Save tigers, save so much more" - WWF-Bericht: Tiger-Rettung hat gewaltige Zusatznutzen

© Francois Savigny/WWF
© Francois Savigny/WWF

Berlin: Gelder, die für den Schutz der Tiger in Asien investiert werden, haben nicht nur positive Auswirkungen für die bedrohten Großkatzen, sondern auch für andere Tiere – und für Millionen von Menschen. Das ist das Ergebnis des WWF-Berichts „Beyond the Stripes: Save tigers, save so much more“, den die Naturschutzorganisation am Montag veröffentlicht hat.

 

Laut des Berichts gehören die Tiger-Lebensräume zu Ökosystemen, die von globaler Bedeutung sind und zugleich Heimat von vielen anderen  Tieren und Pflanzen. Auf diese natürlichen Ressourcen ist auch die lokale Bevölkerung angewiesen. So helfen die Investitionen in den Lebensraumerhalt des Tigers beispielsweise mindestens neun Wassereinzugsgebiete mit einer Fläche von 5,8 Millionen Quadratkilometern zu schützen, welche die Trinkwasserversorgung für 830 Millionen Menschen in Asien sicherstellen, einschließlich städtischer Gegenden in Indien, Malaysia und Thailand. Zudem leistet der Erhalt der Tiger-Wälder durch deren Fähigkeit große Mengen Kohlenstoff  zu speichern auch einen erheblichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel, so der Bericht.

 

„Jeder Euro, der für den Schutz frei lebender Tiger investiert wird, hilft nicht nur diesen Tieren, sondern schützt auch andere bedrohte Arten, wie Asiatische Elefanten, das Indische und das Sumatra Nashorn oder auch weniger bekannte Arten wie das Schuppentier“, sagt Kathrin Hebel, Tiger-Expertin vom WWF. „Den Lebensraum des Tigers zu schützen heißt auch dabei zu helfen, Trinkwassersicherheit zu garantieren, die Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren und für saubere Luft, medizinische Pflanzen oder Jobs zu sorgen.“

 

Der wildlebende Tiger ist in Asien noch immer stark bedroht. 95 Prozent seines ursprünglichen Lebensraumes sind laut WWF bereits verschwunden und knapp die Hälfte der noch verbleibenden Flächen (etwa 43 Prozent) könnte in naher Zukunft verloren gehen.  Die Hauptgefahren bestünden in dem Ausbau nicht nachhaltiger Landwirtschaft und der zunehmenden Urbanisierung. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnten sich Waldflächen, die heute Tigerlebensraum und wichtige Kohlenstoffspeicher sind, zu Gebieten mit dem höchsten Ausstoß an Kohlendioxid verwandeln – eine Katastrophe für den Klimaschutz. Schon heute zählen Malaysia und Indonesien zu den Ländern, die im Zuge der Waldzerstörung am meisten Kohlendioxid emittieren.  Allein in Sumatra sind in den letzten 30 Jahren mehr als 50 Prozent der Wälder zerstört worden.

 

„Tigerschutz ist eine Win-Win-Situation für den Tiger und für zukünftige Generationen. Oder andersherum: Wenn wir es nicht schaffen, die Tiger in freier Wildbahn zu schützen, dann verlieren wir am Ende weit mehr als diese charismatische Großkatze“, sagt Hebel.

 

Der Bericht wird anlässlich zum siebten Jahrestages des St. Petersburger Tiger-Gipfels veröffentlicht, bei dem 2010 von 13 Regierungen beschlossen worden war, die Zahl der wilden Tiger bis 2022 weltweit zu verdoppeln.

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WWF Presse-Team