Landwirtschaft braucht offene Diskussion

WWF-Statement zur Debatte um die „Neuen Bauernregeln“

Christoph Heinrich © WWF
Christoph Heinrich © WWF

Zu der Diskussion um die „Neuen Bauernregeln“ des Bundesumweltministeriums erklärt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland:

 

„Die Kampagne des Bundesumweltministeriums benennt entscheidende und tiefgreifende Probleme, die seit vielen Jahren bekannt sind und endlich gelöst werden müssen. Eine gesamtgesellschaftliche Debatte um die Auswirkungen der modernen, konventionellen Landwirtschaft ist daher überfällig.

 

Leider haben sich Teile des Agrarsektors, darunter der Deutsche Bauernverband, nie wirklich offen für dringend benötigte Lösungsansätze gezeigt. Stattdessen wurden selbst offensichtliche Problemlagen, wie die Nitratbelastung von Grundwasser und der dramatische Rückgang der Artenvielfalt in der Feldflur fortwährend negiert. Der WWF hat das immer bedauert. Als Naturschutzverband suchen wir seit vielen Jahren gemeinsam mit Bauern nach neuen Wegen und Lösungen: In Modellprojekten oder mit Dialogforen – nicht als Gegner, sondern als Partner. Unser Ziel ist eine faire, ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Landwirtschaft.

 

Es ist zwar ungewöhnlich, dass ein Ministerium derart komplexe Fragestellungen in einem satirisch anmutenden Stil thematisiert. Zugleich wurde jedoch eine wichtige, wenn auch hitzig geführte Debatte in Gang gebracht. Entscheidend ist dabei, dass die Situation nicht derart eskaliert, dass kein sachliches Gespräch mehr möglich ist. Das Momentum der kontroversen Diskussion sollten die zuständigen Minister nutzen, um alle Akteure an einen Tisch zu holen und sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen. Es braucht einen echten Dialogprozess, der die Belange des Umweltschutzes und der Gesellschaft genauso im Blick hat, wie die teils sehr unterschiedlichen Interessenslagen innerhalb der Bauernschaft.“

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WWF Presse-Team