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Gelder für Wälder

19. Dezember 2017

WWF fordert bessere finanzielle Ausstattung für internationalen Waldschutz und funktionierende Waldlandschaften

Waldschutz ist Klimaschutz. c WWF Canon Michel Roggo
Waldschutz ist Klimaschutz. c WWF Canon Michel Roggo

Zum Start des heutigen „Global Landscapes Forum“ in Bonn fordert der WWF die Einrichtung eines Waldfonds des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit 100 Mio. EUR Budget jährlich. „Mit Waldschutz und Wiederaufforstung können wir bis zu einem Drittel aller Maßnahmen durchführen, die weltweit zum Klimaschutz nötig sind. Jeder Euro mehr hilft uns dreifach: die Erderwärmung zu bremsen, die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung zu verbessern und unsere Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu erhalten. Mehr als die Hälfte aller Arten lebt in und von Wäldern und sie dienen 1.6 Milliarden Menschen als Lebensgrundlage “, sagt Dr. Susanne Winter, Programmleiterin Wald vom WWF Deutschland.

 

Die African Forest Landscape Restoration Initiative (AFR100) wurde am Rande der UN-Klimakonferenz von Paris ins Leben gerufen. Ziel ist es, in einigen afrikanischen Ländern bis 2030 auf einer Fläche von 100 Mio. Hektar Bäume zu pflanzen. Doch bedarf es einer finanziell hinreichenden Ausstattung der Initiative. Der Waldfonds des BMZ, der für alle Waldprojekte des Ministeriums zuständig sein könnte, würde hier Abhilfe schaffen. Der WWF ist seit November Partner der AFR100.

 

Wälder werden derzeit in Besorgnis erregendem Maße zerstört, besonders in den Tropen und in Entwicklungsländern. Der WWF schätzt, dass seit Beginn dieses Jahrhunderts jährlich etwa 7,6 Millionen Hektar Wald pro Jahr zerstört wurden, eine Fläche größer als Bayern. Dabei beschleunigen Abholzung und Degradierung der Wälder auch den Klimawandel: Mindestens 11 % der globalen Treibhausgas-Emissionen gehen darauf zurück. Durch kommerziellen Holzeinschlag, Brennholzgewinnung und Wanderfeldbau gingen in Afrika zwischen 1990 und 2015 knapp 12 % der Waldfläche (81,6 Millionen Hektar) verloren.

 

Ebenfalls Diskussionsthema der Konferenz ist die Bonn Challenge, die Dachinitiative zur Wiederherstellung entwaldeter und erodierter Flächen. Hier sollen 150 Millionen Hektar bis zum Jahr 2020 und 350 Millionen Hektar bis 2030 renaturiert werden. Für die gesamten 150 Mio. Hektar liegen bereits von über 40 Ländern zusagen vor, doch auch hier braucht es finanzielle Unterstützung. Ziel ist es, die Finanzbranche als Partner zu gewinnen und den Privatsektor über direkte Investments oder Investmentfonds direkt mit ins Boot zu holen.

 

Die nachhaltige Nutzung von Landschaften und Böden ist Bedingung für die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung und wichtig für Wasser- und Energieversorgung, Wirtschaft und Handel sowie für Gesundheit, Klimaschutz und Biodiversität.

 

Das „Global Landscapes Forum“ fand 2013 erstmals in Warschau auf Initiative der Weltbank und des UN-Umweltprogramms UNEP statt. Auf der zweitägigen Konferenz diskutieren über 1000 Teilnehmer über Strategien für nachhaltige Landnutzung. Sie zielt darauf ab, den Kampf gegen den Klimawandel und die Agenda für nachhaltige Entwicklung verbinden. Insgesamt sollen  150 Millionen Hektar geschädigter Flächen in Afrika, Asien und Lateinamerika saniert werden. Ein Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Abholzung und der Schutz der für uns lebensnotwendigen Regenwälder.

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 458

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

 

 

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